Struktur des Ordens

DER SOUVERÄNE RITTERORDEN CHRISTI VOM TEMPEL ZU JERUSALEM
Deutsches Großpriorat (O.M.C.T.H.)

Das deutsche Großpriorat des ORDO MILITIAE CHRISTI TEMPLI HIEROSOLYMITANI ist ein autonomer Zweig des internationalen OMCTH mit Sitz in Jerusalem.

Geistlicher Ordensprotektor ist Seine Seligkeit, der Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem, Gregor III., geistliches Oberhaupt der mit Rom verbundenen Griechisch-Katholischen Kirche (sie ist die Urkirche und größte christliche Kirche im Heiligen Land).

Der Orden wurde im Jahre 1119 unter dem Namen "Pauperes Commilitones Christi templique Salomonis" (Arme Mitstreiter Christi vom Tempel Salomons) zum Schutz der Pilger und der heiligen Stätten in Jerusalem von neun französischen Rittern gegründet und ist damit der älteste Ritterorden der Welt. Der Orden unterstand direkt dem Papst und erhielt zahlreiche Privilegien.

Auf Betreiben des französischen Königs Philipp IV. wurde der Orden im Jahre 1312 durch Papst Clemens V. als kirchlicher Mönchsritterorden aufgehoben. Die damals vom König aus macht- und finanzpolitischen Gründen gegen den Orden erhobenen Vorwürfe der Ketzerei und Häresie konnten trotz grausamer Folter nie bewiesen werden. Seit der Veröffentlichung des Werkes des Historikers Hans Prutz im Jahre 1878, haben namhafte Historiker bis heute in zahlreichen Untersuchungen alle Anklagen und Vorwürfe als unhaltbar zurückgewiesen.

Da der Orden in Schottland, Portugal und Norditalien unbehelligt blieb, formierten sich die "Ritter vom Tempel zu Jerusalem" als militärischer Ritterorden neu.

Unter ihrem Großmeister Philippe II. Herzog von Orléans verabschiedete der Generalkonvent des Ordens am 11. April 1705 seine neuen Ordens-Statuten.

Im Jesuitenkolleg von Clermont beschlossen die Templer im Jahre 1754, den ritterlichen Geist und den christlichen Glauben zu bewahren, und legten feierlich ihr Glaubensbekenntnis ab.

Napoleon I., der die Akten des Templerprozesses des 14. Jhdts. aus dem Vatikan nach Paris bringen ließ und sich von der Unschuld des Ordens überzeugt hatte, gestattete offiziell seine Wiederzulassung auch in Frankreich.

Im Jahre 1825 distanzierten sich die Templer in einem Handbuch überzeugend von der Freimaurer-Bewegung, die sie für sich vereinnahmen wollte und legten im Jahre 1837 erneut ein Bekenntnis zur katholischen Kirche ab.

Am 13. März 1845 kam es erstmals wieder zu einer Begegnung mit dem Papst. Im Auftrag des Großmeisters Jean-Marie Raoul reiste als Legat des Ordens der Prinz von Chimay nach Rom und wurde von Papst Gregor XVI. empfangen. Es kam aber nicht zu der gewünschten Anerkennung als katholischer Ritterorden, da die protestantischen Priorate des Ordens in Nord-Europa und auf den Britischen Inseln dagegen waren.

Am 13. Juni 1853 erhielt der Templerorden von Napoleon III. sein Adelsstatut sowie das Recht auf seine Insignien wieder zurück. Damit war der Orden nun erneut souverän.

Am 15. August 1871 übergab der damalige Regent des Templerordens, Dr. Angelo Vernois, missbräuchlich das Archiv des Ordens an den Direktor des National-Archivs von Frankreich, M. Maury. Hierunter befanden sich: das Zeichen des Großmeisters, der Helm von F. Guy, die Überlieferungsurkunde von 1324 (Larmenius-Charta), die Siegel und Original-Statuten u.v.m. - alles registriert im National-Archiv Paris unter AB XiX 125 bis 158 und dokumentiert in einem Film Nr. 3608 der Cinescopa Brüssel.

Am 17. Januar 1894 wurde der Generalkonvent des Ordens einberufen, der am 13. November 1894 beschloss, die Leitung und Regentschaft des Ordens einem internationalem magistralen Sekretariat mit Sitz in Brüssel zu übertragen: Dieses Sekretariat übertrug am 1. Oktober 1934 alle seine Rechte und Vollmachten einem Regentschaftsrat mit Sitz in Brüssel. Dieser ernannte den Kanzler und Träger des Großkreuzes, Theodore Covias am 7. März 1935 zum Regenten. Bereits am 8. August 1935 wurde Emile Joseph I. Vandenberg, Großprior von Belgien, neuer Regent des Ordens.

In Folge des 2. Weltkrieges und der Besetzung Belgiens durch deutsche Truppen, übergab der Regent das Archiv des Ordens an den Großprior von Portugal, Antonio Campello de Fontes, per Dekret vom 23. Dezember 1942 und mit der Auflage, das Archiv für den Orden sicher zu verwahren. Diese Aufgabe übernahm im Jahre 1960 sein Sohn Fernando de Fontes.

Am 22. September 1990 verpflichteten sich die Großpriorate Deutschlands, Finnlands und der NATO feierlich gegenüber dem Patriarchen MAXIMOS V. HAKIM als ihrem neuen Ordensprotektor zur "Hilfe für die Christen im Heiligen Land". Andere Großpriorate, wie z.B. Österreich, traten dieser Verpflichtung später ebenfalls bei. Auf den internationalen Ordenskonventen in London (Juni 1995) und Salzburg (November 1995) beschlossen 18 nationale Priorate u. Großpriorate die Bildung eines internationalen Hilfswerkes des Ordens zur Unterstützung der Christen im Heiligen Land sowie dem ganzen Nahen und Mittleren Osten. Neben ihren sozialen und karitativen Aufgaben (z.B. in Deutschland die Betreuung von Kinderheimen, Hospizen und Behinderten-Einrichtungen), hat der Templerorden im Jahre 1991 auch wieder eine eigene Komturei in Jerusalem gegründet. Vom Internationalen Generalsekretariat in Köln werden auch die medizinischen Projekte im Heiligen Land (Jerusalem, Nablus-Rafidia und Bethlehem) sowie Wohnbau-Projekte für christlich-arabische Familien gefördert.
Hierfür hat Papst Johannes Paul II. am 27. April 1994 während einer Audienz den Templern von Jerusalem in deutscher Sprache gedankt.

PapstDie deutsche und österreichische Delegation des OSMTH / OMCTH übergibt ein bronzenes Tripthychen im April 1994 an seine Heiligkeit Papst Johannes Paul II. während der Audienz in Rom. Der Heilige Vater bedankte sich und segnete die christlichen Templer.

 

 

 

 

 

Neben seinem internationalem Hilfswerk unterstützen oder betreiben die nationalen Priorate des Ordens christliche Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Waisen, aber auch für behinderte, alte und kranke Menschen. Außerdem setzt sich der Ritterorden vom Tempel zu Jerusalem aktiv für die Einheit aller Christen und der christlichen Kirchen ein. Diese christliche Ökumene wird auch innerhalb des Ordens praktiziert: Aktive Christen, z.B. der evangelischen, anglikanischen oder orthodoxen Kirche, sind ebenfalls als Ordensmitglieder brüderlich willkommen.